Goldschoppen 2026

Zunächst eine Entwarnung: der Wiese auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Niederhöchstadt geht es prächtig! Das ist nicht selbstverständlich, schließlich musste sie am vergangenen Samstag die Ausführung des 28. Apfelweinwettbewerbs des OGV erdulden.

Rund 60 Personen, allesamt Freunde des hessischen Nationalgetränks, trafen sich bei strahlendem Sonnenschein, um aus 20 Apfelweinen der Hobby-Szene die besten drei herauszuschmecken. Die „Jury“ dieser groß angelegten Blindverkostung setzte sich aus den 20 teilnehmenden Hobby-Kelterern und -Kelterinnen aus dem Main-Taunus und dem Hoch-Taunus-Kreis, sowie der gleichen Anzahl freiwilliger, unabhängiger Testpersonen aus dem Publikum zusammen. In schneller Folge wurden die eingereichten Apfelweine ausgeschenkt und auf ihren Geschmack, Farbe und Geruch hin beurteilt. Um die Gesundheit der Testenden wurde sich dabei keine Sorgen gemacht – ausgeschenkt wurde „nor ein wönziger Schlock“ – um die Gesundheit der Obstwiese dafür umso mehr: die bei den Testenden nicht so beliebten Schoppen landeten eben dort, so dass sich manch einer um die Kontamination des Bodens sorgte. Offensichtlich waren alle Beteiligten bester Laune.

Was heißt „in schneller Folge ausgeschenkt“? Der Zeitrahmen des Wettbewerbs war eng gesteckt. Um 15:00 Uhr ging es los, um 17:00 Uhr wollte man fertig sein, damit gegen 17:30 Uhr die Sieger:innen verkündet werden können. Abzüglich einleitender Worte durch Bürgermeister Adnan Shaikh und der Wettbewerbsleitung blieben noch 90 Minuten, oder anders formuliert: viereinhalb Minuten je Schoppen. Da ist es schwierig die einzelnen Geschmacksnuancen in ganzer Tiefe zu würdigen. Der erste Eindruck zählt, „schmeckt oder schmeckt nicht“ ist das wichtigste Kriterium. Trotzdem gab es deutliche Unterschiede: „zu wässrig“ wurde ebenso wenig goutiert wie „zu sauer“. Goldgelb und klar sollte der Schoppen sein, wie ein Sonnentag auf der Streuobstwiese. Der Duft sollte an einen frisch aufgeschnittenen Apfel erinnern, nicht an den muffigen Keller der Herstellung. All das, und natürlich die persönlichen Präferenzen flossen in die Wertung ein, deren Entwicklung bei der Auszählung live im Internet verfolgt werden konnte.

Jede/r der 40 Stimmberechtigten durfte bis zu 5 Punkte je Apfelwein vergeben, das ergibt eine erreichbare Maximalpunktzahl von 200 Punkten. Als Sieger ging mit 164 Punkten zum wiederholten Male die Keltergemeinschaft „Hohenastheimer“ aus Medenbach hervor. Der „Goldschoppen“ wurde sowohl von den Hobby-Kelterern/ Kelterinnen als auch vom unabhängigen Publikum auf das Treppchen gewählt. Der „Silberschoppen“ (144 Punkte und „Publikumsliebling“) kommt aus Niederhöchstadt von der Keltergemeinschaft „Heckstedter Krönchen“. Beim dritten Platz, dem „Ehrenschoppen“, gab es ein Novum: ein Gleichstand. Jeweils 128 Punkte konnten Uwe Siegemund im Namen des KCN Männerballets und Michelle Bunte (Mammolshain) auf sich vereinen.

Es war wieder ein spannender, gleichwohl gut gelaunter und fröhlicher Wettbewerb, bei dem der Spaß am gemeinsamen Hobby und der Freude am hessischen Nationalgetränk überwiegt. Oder wie es ein Teilnehmer formulierte „Wir kommen nicht um zu gewinnen, sondern um Anekdoten zu generieren“. Im Anschluss wurden noch viele Anekdoten generiert, bis die Sonne hinter dem Taunus verschwand. Der OGV Niederhöchstadt dankt allen Hobby-Kelter:innen für das Engagement, sowie der Publikumsjury und allen Besuchern für das Teilen der Apfelwein-Faszination. Wer selbst einmal Apfelwein herstellen möchte, der wende sich vertrauensvoll an den OGV, am besten per Email an apfelwein@ogv-ndh.de

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